KURZBIOGRRAFIE
1953
geboren in Foca, Bosnien-Herzegowina
1973-1975
erster Aufenthalt in München
1976
Kunststudium an der Akademie der bildenden Künste in Belgrad
1979
Rückkehr nach München
seit 2005
Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste in München
lebt und arbeitet in München
EINZELAUSSTELLUNGEN / AUSWAHL
2012
ohne Titel, Galerie Filser & Gräf, K
2011
Nationalgalerie, Bosnien-Herzegowina, K
Städtische Galerie Bihac, Bosnien-Herzegowina
2010
„Ruhr 2010“ Kunstverein Essen-Werden
2009
Galerie in der alten Molkerei, Worpswede
Galerie Fuhrmann, Galerie Ruf, München
2002
KA 20 Galerie München
1999
Stadthalle Germering
GRUPPENAUSSTELLUNGEN / AUSWAHL
2010
apARTment, Galerie Filser & Gräf, München
Zur 850 Jahrfeier der Stadt München:
„(Ausgewiesen) Integriert“, Luftschutzbunker Luisenstraße München
2008
Art-Kulanschi Astana und Almati, Kasachstan
Feme Feuer Fanatismus, Mohr-Villa München e.V.
2007
Open Art - down town, Los Angeles
2006
Bedlam Gallery, Los Angeles
2005
Justê-Artê Galerie München
2004
Justê-Artê Galerie München
2003
„Kunstzeugen“ Zürich, CH
1998
„Kunst des 20. Jahrhunderts“, Karolinen Palais,
Ketterer-Kunst, München, K
1997
Klassiker der Gegenwart, Ketterer-Kunst, Dresdner Bank, Berlin, K
seit 1996
„Open Rambaldi“ jährliche Sommer- und
Winterausstellung Wiedefabrik München
K = Katalog
KUNSTMESSEN
2011
art KARLSRUHE, Karlsruhe, Galerie Filser & Gräf, München
ART.FAIR, Köln, Galerie Filser & Gräf, München
PROJEKTE
2011
Filmbeitrag über Milan Mihajlovic in „Faszination Wissen“, BR3 und „Kunstraum“, BR-alpha
2000-2001
Leitung des offenen Ateliers am städt. Krankenhaus München Harlaching
1999
„Unterwasserwelt“ Projekt für psychisch kranke Kindern am städt. Krankenhaus München Harlaching
1997-1998
„Sternengang- Projekt“ mit psychosomatischen Patienten des städt. Krankenhauses München Harlaching - Berichterstattung: SZ, Bayerisches Fernsehen
1996
Idee, Konzept und Organisation des Projektes „Kunstraum Krankenhaus“ am städt. Krankenhaus München Harlaching - Berichterstattung: SZ, Bayerisches Fernsehen
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TEXT ZU SEINEN ARBEITEN
Die Malerei von Milan Mihajlovic ist stilistisch sehr vielfältig, von gestisch expressiv, über geometrisch abstrakt, bis zu erzählerisch figurativ. Was diese unterschiedlichen Ausdrucksweisen zusammenhält ist die Begeisterung für die Ästhetik im Alltäglichen und die abenteuerliche Lust, diese äußeren Eindrücke über einen intensiven Gestaltungsprozess in einem souveränen Bildgefüge zu fassen.
In dem Zyklus „Mauern von Sarajevo“ hat er Eindrücke aus seiner kriegszerstörten Heimat verarbeitet. Auf den vom Krieg malträtierten Häuserwänden fand er Notizen, Hinweise auf den Verbleib einzelner Personen, tagesaktuelle Nachrichten und Fußballergebnisse –Notate zwischen erbittertem Überlebenskampf und Sehnsucht nach einer friedlichen Normalität.
Für eine Ausstellung in Bremen mit Bezügen zu Paula Modersohn-Becker setzte er sich mit den Bildern der kunsthistorischen Kollegin auseinander. Es entstand eine Bilderfolge, die ihre Bildsprache, die radikale Brechung mit dem akademisch aufgebauten Bildraum und ihre Farbwahl von mystischer Dunkelheit, gepaart mit funkelnden Licht- und Farbtupfen in eine zeitgenössische Bildauffassung überträgt.
Für andere Arbeiten sind kleine Bleistiftzeichnungen oder spontan auf die Leinwand gesetzte Farbereignisse der Ausgangspunkt. In ihrer Ausformulierung, einem Prozess, der zwischen selbstvergessenem Tun, reflektierender Bildbetrachtung und zielgerichteter Weiterentwicklung changiert, werden sie zu einer Selbstvergewisserung der eigenen Bilder und dem ästhetischen Detail zwischen all den Bildern, die uns tagtäglich umfluten.
Mit Vehemenz setzt der Münchner Maler in jedem seiner Werke auf ein tiefes Vertrauen, dass es sich lohnt, die Schönheit des Alltäglichen nicht aus dem Blick zu verlieren, auch wenn sie bisweilen nur in einem Fragment zu entdecken ist. Dass die äußeren Bezugspunkte und Ausformulierungen dieser Bilderwelt so vielfältig sind, stimmt hoffnungsvoll und sie in ihren Tiefen zu erkunden ist so lustvoll abenteuerlich wie ihr Entstehungsprozess.Dörte Böhner
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Milan Mihajlovic - Ohne TitelVernissage: Freitag, 16. März 2012 um 18:00 UhrAusstellung: Sa, 17. März 2012 bis Sa, 28. April 2012Ausstellungsort: WICHTIG! Neue Galerie-Adresse: Hackenstr. 5, 80331 München (Zwischen Sendlinger Tor und Marienplatz) >> Flyer als PDF DOWNLOAD Eröffnungsrede: Johanna Vocht, M.A.
Der Künstler wird anwesend sein. Musikalische Begleitung: Zerina Cokoja wird ausgewählte Lieder aus der Heimat von Milan Mihajlovic a cappella singen. Milan Mihajlovic bannt Augenblicke, Stimmungen und Empfindungen auf Leinwand – abstrakt, expressiv und bisweilen taktil erfassbar. In seinen großformatigen Werken verdichten sich verschiedene Farb- und Materialschichten zu ästhetisch ausgefeilten Palimpsesten. Mihajlovic erzählt in seinen Bildern von der Schönheit des Alltäglichen ebenso wie von der Absurdität menschlicher Zerstörungswut. Mihajlovic arbeitet überwiegend mit Mischtechnik. Die reliefhafte Oberfläche einiger seiner Bilder erwirkt er durch Aufbringen von Steinmehl, das er nach dem Trocknen partiell wieder abkratzt. Geduldig übereinander aufgetragene Farb- und Materialschichten (jüngst verwendete er u. a. Teer für die Haptik eines Bildes) verdichten sich dabei zu einer komplexen Ästhetik. In seine Bilder fließen Notizen, Fotos, alltägliche Eindrücke und Erlebnisse: Mal in Form von Collagen und kleinen Bleistiftkritzeleien, dann wieder in abstrakten, leuchtenden Farbkompositionen oder klaren, geometrischen Strukturen. Im Gegensatz zu seinem farblich sehr reduzierten, überwiegend in Beige-Tönen, Weiß, Ocker und Grauabstufungen gehaltenen Bilderzyklus „Mauern von Sarajevo“, setzt Mihajlovic in seinen jüngsten Werken auf überbordende Farbigkeit. Warme, sinnliche Rot-, Orange- und Gelbtöne dominieren die Leinwand. Überhaupt zieht sich die Symbolkraft der Farbe Rot leitmotivisch durch sein gesamtes Oeuvre. In verschiedenen Ausprägungen und Abstufungen symbolisiert sie die leidenschaftliche Beziehung des Künstlers zu seinem Werk. So inszeniert er etwa in seinen leisen, farblich zurückgenommenen oder auch in den von Blau-, Türkis- und Grüntönen bestimmten Bildern Rot als charakterstarken, kontrastreichen Gegenspieler. In seinen aktuellen Assemblagen unterstreicht der extrem sparsame Einsatz der warmen Symbolfarbe die Kühle der hinter Glas arrangierten Collagen, die in ihrer Poetik und Minimalistik an Werke Antoni Tàpies oder Cy Twomblys denken lassen. Das Glas evoziert zudem eine doppelte Distanz zwischen Bild und Betrachter: Die besondere Rahmung markiert einen natürlichen Abstand, während durch Spiegelung ein zusätzlicher Verfremdungseffekt entsteht. Je nach Lichteinfall und Blickwinkel liegen dabei mannigfache Schattengebilde auf der Leinwand und verändern das Erscheinungsbild der gesamten Assemblage. Sehr eindrücklich und emotional einnehmend gestalteten sich auch Mihajlovics Experimente mit düsteren, vornehmlich in Schwarz gehaltenen Großformaten. Immer wieder kratzte er dabei nachträglich Farbe von der Leinwand und schuf so kleine Wunden, Zerrissenheit und Verletzlichkeit in seinen Bildwelten. Die kraftvollen Kompositionen erhalten dadurch eine zweite, angreifbare Ebene, verstärkt wiederum durch bedacht gesetzte Roteinsprengsel. Während in früheren Werken großflächiger Farbauftrag, breite Linienführung, bewusst gesetzte Kratzer und verlaufende Farben eine harmonische Einheit bilden, steigert sich die aufrührende Expressivität in einigen seiner aktuellen Bilder zu ausdrucksstarken Droppings und beweist damit einmal mehr die stilistische Vielfältigkeit des serbisch stämmigen Malers Mihajlovic. Johanna Vocht, Februar 2012 |

