KURZBIOGRAFIE
1973
geboren in München
1999 - 2002
Studium an der Freien Kunstwerkstatt München, bei Prof. Hans Seeger u. Karel Fron
2002
Diplom als Grafik - Designer / Illustrator
2003
eigenes Atelier, Görresstr. 10, München
2005
Eröffnung des Projektraumes GÖRRES10 - Ateliergemeinschaft, Werkstatt, Ausstellungsraum
2009
neue Ateliergemeinschaft in der Adlzreiterstr. 24, München
AUSSTELLUNGEN / PROJEKTE
2011
Kunstverein Ebersberg (GA)
Thambacher Kunsttage (GA)
2010
Ausstellung ICHs, Galerie Filser & Gräf, München (EA)
Kunstverein Ebersberg (GA)
PIN. Fest - Teilnahme an der Benefizauktion, Pinakothek der Moderne, München
2009
TENT MODERN, Plattform für zeitgenössische Kunst - Positionen im Dialog, Pathosgelände München (GA)
2008
Ausstellung „PING PONG“ mit der Berliner Künstlerin Nina Jeroch, Galerie Filser & Gräf München (GA)
2007
Ausstellung von diversen Bildern im Geschäft „Fürstenstrasse 8“ in München
2007
Teilnahme an der Gruppen-Ausstellung „Langeweile“ in der GÖRRES 10, München
2006
Teilnahme an „Kunst im Karrèe“, Offene Ateliers in Schwabing und Maxvorstadt (München)
Berufsorientierungs-Kurs für Jugendliche von 10-15 Jahre: „Wie arbeitet ein Künstler?“ (Initiiert von Kultur & Spielraum e.V. München) in der GÖRRES 10, München
Ausstellung „Moritz Michels – Neue Arbeiten“ in der GÖRRES 10, München
Ausstellung „Mensch sieht Mensch“ (Zeichnungen) mit befreundeten Künstlern in der GÖRRES 10, München
2005
1. GÖRRES 10 Weihnachtsmarkt mit geladenen Künstlern in der GÖRRES 10, München
Eröffnungsausstellung der Ateliergemeinschaft und des Projektraumes GÖRRES 10 in München
2004
Ausstellung Malerei in der Galerie KunstSTÜCK, bei Adelgund Janik in München
2003
Ausstellung „Dozenten und Freunde“ (Freie Kunstwerkstatt München)
2003
Diplomausstellung „Diplom 2002“ (Freie Kunstwerkstatt München)
2002
Toskana Ausstellung (Freie Kunstwerkstatt München)
EVENTS / WETTBEWERBE
2002
Extempore 2002, Suvereto, Livorno, Italien (Internationales Künstler-Symposium, Installation: Käfig der schönen Künste, Maße: 3,5m x 3,5m)
KUNSTMESSEN
2009
TeaseArt#09, Köln - Galerie Filser & Gräf - München
2009
Berliner Liste 09 - Galerie Filser & Gräf - München
2008
Berliner Liste 08 - Galerie Filser & Gräf - München
2008
Berliner Kunstsalon08 - Galerie Filser & Gräf - München
2008
TeaseArt#08, Köln - Galerie Filser & Gräf - München
2008
KunStart 08, Bozen - Galerie Filser & Gräf - München
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Unsere Gefühlslage spielt eine entscheidende Rolle für unsere Stimmung. Sie kann ambivalent sein, ein Zustand innerer Zerrissenheit, den wir oft unweigerlich nach außen spiegeln. Die expressiven, auf den ersten Blick verstörenden Bildwelten von Moritz Michels sind bevölkert von menschlichen Wesen, die in einem unbeobachteten, meist schwachen Moment, verschiedene Facetten des menschlichen Seins nach Außen transportieren. Die inneren Zustände der Figuren bestimmen so als Bildthema den malerischen Raum.
Moritz Michels arbeitet schnell. Kamen früher ausschließlich Pinsel zum Einsatz, verwendet er nun besonders für die Hintergründe immer mehr auch einen Spachtel. Dabei liegt sein besonderes Augenmerk auf den unterschiedlichen Oberflächenstrukturen, für die er sich verschiedener Techniken und Stilrichtungen bedient. Michels verbindet naturalistisch-figurative und expressionistisch-abstrakte Tendenzen, in denen sich ausdrucksstarke Blicke, Gebärden, Bewegungen und farblich reduzierte Flächen mischen. Glatt lasierende und pastose, deckende und durchlässige Farbschichten überlappen sich. Durch die Verdichtung von Farbe werden die Körper strukturiert. Die Hautfarbe kippt oft in ein fahl und blutleer wirkendes Blaugrau und verstärkt dadurch den Eindruck, dass sich die Figuren in einem negativen, bedrückenden und tranceähnlichen Zustand befinden.
Die Figuren befinden sich in einem undefinierbaren Raum, der keiner bestimmten Perspektive folgt und keinen exakten Fluchtpunkt hat. Der Hintergrund ist farblich zurückgenommen und flach. Die Beziehung zwischen Figur und Raum ist wabernd, brüchig: nicht die Figur ist im Raum verortet, sondern der Raum wird durch die Figur definiert. Beide heben sich voneinander ab, können aber auch miteinander verschmelzen, was durch die Überlagerung mehrerer Farbschichten betont wird.
Die teilweise entstellten, unfertigen menschlichen Körper ermöglichen als Zerrspiegel der Realität einen Blick hinter die Fassade. Dabei erzählen die Bilder keine Geschichte. Es sind eher Momentaufnahmen, geheimnisvolle und verschlüsselte Botschaften, die mit Hilfe der Malerei visualisiert werden. Es sind überwiegend einzelne Figuren, die sich über die ganze Höhe der Leinwand erstrecken und diese ausfüllen, ja durch ihre Präsenz fast sprengen. Erscheinen zwei Figuren im Bild, manifestiert sich in einigen ein Paar in einer Abschiedssituation. Meistens aber sind zwei, oft ähnlich dargestellte Personen oder Doppelköpfe als Facetten, zwei seelische Zustände innerhalb einer Person zu lesen. In einem inneren Dialog scheinen sie um die Frage zwischen Selbstbild und Fremdbild zu kreisen. Dass wir in Michels Bildern Zeugen einer Introspektion der Figuren werden zeigt sich auch daran, dass die Dargestellten oft leicht nach oben blicken und den direkten Betrachterblick meiden oder gar nicht zu sehen scheinen.
Mit der Figur als Hauptthema bieten die Gesichter der Dargestellten automatisch einen ersten Einstieg für den Betrachter, um sich im Bildraum zu orientieren. Gesichter geben dem Menschen ein unverwechselbares Aussehen. Durch teilweise Übermalung der Gesichter führt Michels diese Sehnsucht nach Individualität nach Innen, zu einer Suche nach einer dem Menschen innewohnende Identität, ohne die er nach außen nicht bestehen kann. Auch männliche Figuren, die frauenähnliche Kleider tragen, zeigen, dass es hier nicht um eine äußere Rollenzuweisung geht, sondern um eine innere Selbstfindung.
In den neuesten Arbeiten vermischen sich Vorder- und Hintergrund immer mehr. Frühere Figuren hoben sich oft mit geöffneten Mündern und jammerndem Blick deutlich von ihrer Umgebung ab. Nach einem Übergang, in den sie Stück für Stück ihre Gliedmaßen verloren oder nutzlos am Boden lagen, lösen sich die Figuren nun langsam auf, werden ätherisch und gehen teilweise in Gegenstände, wie eine Kerze, über. Durch dieses Verschwimmen der Gesichter wird der Einstieg in das Bild erschwert.
Die Arbeiten haben in der Regel keinen Titel, der Aufschluss über den Inhalt gibt. Doch das ist auch nicht nötig, denn die Bilder transportieren Stimmungen, verborgene Sehnsüchte und lösen Emotionen aus, in denen wir uns auf der Suche nach dem Sinn unseres Daseins wiederfinden können.
Anna Wondrak M.A.
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Applaus, - Kunstmagazin - 7/8 2008, S. 54
Rüdiger Heise; "Wir stehen auf Kunst"
Interview zur Ausstellung "PING PONG" Nina Jeroch & Moritz Michels in der Galerie Filser & Gräf, München
Abendzeitung, Die Stadt, 22.08.2008
jul/vib; "Jenseits der Zerrissenheit"
Sinnstiftend gegen die Beliebigkeit der Gegenwartskunst: Der Münchner Künstler Moritz Michels in der Galerie Filser & Gräf, München
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Moritz Michels - ICHsVernissage: Freitag, 10. September 2010 um 19:00 UhrAusstellung: Sa, 11. September 2010 bis Fr, 12. November 2010Ausstellungsort: Galerie Filser & Gräf, Hackenstr. 5, München >> Flyer als PDF DOWNLOAD Einführung: Anna Wondrak M.A., Kunsthistorikerin und Kuratorin
Im Rahmen der OPEN ART 2010 zeigt die Galerie Filser & Gräf neue Gemälde von Moritz Michels. Die Arbeiten von Moritz Michels sind figurativ expressiv. Der von inneren Zweifeln gekennzeichnete Mensch und sein daraus resultierendes Gefühl der Ohnmacht und sein Unvermögen dies zu reflektieren, sind Themen die Michels allgegenwärtig beschäftigen. Das Resultat sind gewundene bis hin zu entstellten Körpern, die sich scheinbar hilflos und befremdlich im freien oder unlogisch konzipierten Raum bewegen. |

