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Horse with no name, 1988
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Endlich Feierabend, 1997
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Katastrophäe, 1996 -

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KURZBIOGRAFIE
1963

geboren in Soest/Westfalen


1983 - 1991

Abitur, Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg, Peter Kleemann und Alfonso Hüppi


1988

Meisterschüler bei Prof. Alfonso Hüppi


1994 - 1995

Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf


1998 - 1999

Gastdozentur am Edna Manley College, Kingston, Jamaika



EINZELAUSSTELLUNGEN / AUSWAHL
1988

"Das war das, und dies wird was anderes", Galerie Sophia Ungers, Köln


1991

Kunstraum Wuppertal


1992

"Et in Arcadia ego", Galerie Carla Stützer, Köln


1994

Ballhaus im Nordpark, Düsseldorf Kunstverein Heinsberg
"POTRAITS", Glasgang in der Akademie der Künste, Berlin


1995

"Rotwangs Haus", Galerie Carla Stützer, Köln


1996

"Bonbonneriere", Blumenladen Städtisches Krankenhaus Solingen


1997

"Wenn mein starker Arm es will,...", Galerie Plotzke, Düsseldorf


1998

"Paulus Freudenhaus", Galerie Carla Stützer, Köln


2000

"Moses Welt Rekord", Kunstverein Ahlen


2002

"50 ways to meet your lover", Flottmannhallen Herne


2003

Knockin´ on heaven´s door, kunstraumno.10, Mönchengladbach


2006

Begegnung mit der anderen Art, St. Petrikirche zu LübeckRealitäten
Von der Wirklichkeit hinter den Dingen, KTlab01, Hamburg


2007

Neues aus Entenhausen, kunstraumno.10, Mönchengladbach



GRUPPENAUSSTELLUNGEN / AUSWAHL
1987

Workshop Bundesgartenschau, Düsseldorf


1988

"Meine Zeit, mein Raubtier", Ehrenhof Düsseldorf


1989

Art Cologne, Galerie Sophia Ungers, Köln


1990

"The Köln Show", Köln


1992

"Elisabeth-Schneider-Preis", Galerie Schneider, Freiburg


1992 - 1997

Art Cologne, Galerie Carla Stützer, Köln


1993

"Das Pferd als Symbol in der Kunst des ausgehenden 20. Jh.", Stadtmuseum Ratingen


1995

"Der fokussierte Blick", Städt. Museum Haus Koekkoek, KleveKunsthalle Barmen, Wuppertal


1996

"Multiples", Galerie Carla Stützer, Köln"Piano", Galerie Carla Stützer, Köln


1997

"The Junction", Uni-Klinikum, Düsseldorf
"Tuchfühlung", Kunsthaus Langenberg


1998

"5 aus 97", Galerie Plotzke, Düsseldorf


1999

"Kopfüber, kopfunter", Galerie Carla Stützer, Köln
"Le dernier crie", Galerie Carla Stützer, Köln


2000

"Im Tal", Skulpturenpark, Erwin Wortelkamp, Hasselbach
"Tuchfühlung 2", Kunsthaus Langenberg


2005

"Deutsches Haus", Deutschland in Japan, Tokio


2006

"Quintessenz", kunstraumno.10, Mönchengladbach


2000 - 2006

Große Kunstausstellung NRW



PREISE
1986

1. Preis der Hedwig und Robert Samuel-Stiftung, Düsseldorf


1987

Ernst Forberg-Stipendium der Kunstakademie Düsseldorf


1988

Bernhard Hoetger-Stipendium der Kunstakademie Düsseldorf


1988

"Kunststudenten stellen aus", Bonner Kunstverein


1993

DAAD-Stipendium für die USA
Förderkoje auf der Art Cologne, Galerie Carla Stützer, Köln


1996

Publikumspreis der 50. Bergischen Kunstausstellung, Solingen


2000

2. Preis des Emprise Art Award, Düsseldorf




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"Ich wäre gern ein Spielverderber" - ein Gespräch

Anja Quickert:
Betrachtet man Ihre Arbeiten, so scheint ihnen trotz aller ästhetischen Unterschiedlichkeit eines gemeinsam zu sein: eine spielerische Verfahrensweise. Sie setzen Bekanntes in unbekannte Zusammenhänge, fordern den Betrachter dazu auf, Sachverhalte, Themen neu zu durchdenken. Sie binden den Betrachter in ein Spiel von Zeichen ein, die er selbst neu kontextualisieren muss. Ist das die Schule von Alfonso Hüppi?
Peter Nagel:
Zwei Impulse, die mein künstlerisches Arbeiten bestimmen, stehen sicher in Verbindung zu einer hüppiesken Tradition. Einmal der Spieltrieb, der ein Motor für meine Arbeit ist und der zum Teil meine Wahrnehmung der Wirklichkeit als Künstler bestimmt: Stellen Sie sich ein Kind in einem großen Warenhaus vor. Zum anderen, und das ist ebenfalls ganz nahe an diesem Bild vom Kind, das seine Umgebung mit großem Erstaunen und einer gewissen Naivität wahrnimmt: das Anti-Dogmatische meiner Arbeit. Eine Haltung, die auf ihre Weise kritisch der Gesellschaft gegenüber- tritt, sich aber dagegen sträubt, politisch oder ideologisch Stellung zu beziehen und vereinnahmt zu werden. Mein Programm ist, kein Programm zu haben.
Anja Quickert:
An der Ausstellung "Realitäten. Von der Wirklichkeit hinter den Dingen" ist auch das Graduiertenkolleg Kunst und Technik der TUHH beteiligt. Warum werden Ihre Werke unter diesem Gesichtspunkt ausgestellt
Peter Nagel:
Das hat mich zuerst auch überrascht, dann aber habe ich mich sehr darüber gefreut. Als Künstler nimmt man seine Arbeits- und Verfahrensweisen irgendwann als etwas Gegebenes hin, über das man nicht mehr ständig nachdenkt. Jetzt betrachte ich gerade selber meine Arbeit unter diesem Gesichtspunkt bewusster und damit auch: neu.
Anja Quickert:
In Ihren frühen Werken drückt sich ein anderes Verhältnis zur Technik und damit auch zu Technik aus?
Peter Nagel:
Das stimmt. Mein Studium und meine frühen Arbeiten waren sehr technikbezogen in dem Sinne, dass mich die technischen Möglichkeiten und der Versuch, diese Grenzen im Rahmen der Kunst auf zuheben, fasziniert haben. Die Materialvielfalt, die Beherrschung des Materials, überhaupt das Denken in Materie in Bezug auf seine dreidimensionale Verarbeitung hat mein künstlerisches Schaffen sehr bestimmt. Technikbezogen aber auch in dem Sinne, dass ich für meine skulpturalen Objekte, die figürlich strikt dem Bereich der Stereometrie angehörten und abstrakter waren als meine heutigen, auch Maschinen zur Herstellung benutzt habe.
Anja Quickert:
Warum hat diese Faszination nachgelassen?
Peter Nagel:
Durch Lebenserfahrungen. Durch den Kontakt zur so genannten Dritten Welt: Ich habe eine farbige Frau geheiratet. Ich habe ange-fangen, zu verstehen, was es bedeutet, zu den Verlierern dieser Technikeuphorie zu gehören, zu den Verlierern der Globalisierung. Seit dieser Zeit habe ich mich zunehmend mit gesellschaftlichen Inhalten beschäftigt und so wurde natürlich auch meine Arbeit inhaltsbezogener. Ich habe angefangen in skulpturalen Bildern zu denken. Die Technik war nicht mehr Selbstzweck, sondern nur noch Mittel zum Zweck. Ich denke noch heute sehr viel über tech-nische Verfahren nach, allerdings nur, um andere Inhalte damit zu transportieren.
Anja Quickert:
Verglichen mit ihren eher minimalistischen frühen Arbeiten, sind Ihre Kunstwerke auch viel komplexer, bunter und viel-schichtiger geworden.
Peter Nagel:
Dahinter steht die Erkenntnis: Weniger ist doch nicht mehr Oder: Mehr ist eben doch mehr. Meine Lebenswelt, meine ganze Umge-bung ist überfrachtet. Diese Komplexität will ich abbilden, nicht reduzieren. Alles ist laut, überdreht, überspitzt.
Anja Quickert:
Und welche Rolle spielt dabei der technische Fortschritt?
Peter Nagel:
Die Technik ist der Motor der Überdrehtheit. Die Kunst ist immer das Abbild einer Epoche. Ich will meine Überforderung, die aus Verfügbarkeits- und Flexibilitätsansprüchen der Gesellschaft resultiert, weitergeben. Einen gewissen Technikpessimismus, wenn Sie so wollen.
Anja Quickert:
Sie haben einmal gesagt, dass Sie die Kunstgeschichte als Selbstbedienungsladen betrachten.
Peter Nagel:
Genau, und insofern ist jemand wie Jonathan Meese derzeit für mich eine willkommene Entwicklung. Die Kunstgeschichte tritt auf der Stelle, die Avantgarden sind bedeutungslos geworden. Trotzdem dreht sich die Maschine Kunst weiter. Überhaupt glaube ich, dass ein künstlerischer Aktionismus eher bei Gruppen wie Greenpeace zu finden ist als bei Künstlern. Aber das ist eben nicht meine Rolle.
Anja Quickert:
Ist es Ihre Rolle, einen Ball zu nehmen, ihn aufs Spielfeld zu werfen und dann von außen genau zu beobachten, was damit geschieht?
Peter Nagel:
Das trifft es ziemlich genau. Ich führe dabei den Betrachter in die Irre. Ich liefere nicht Kunstphänomene, die keine mehr sind, son-dern Ästhetik. Damit hatte ich den Betrachtern den Spiegel des Konsumismus vor.
Anja Quickert:
Ein Journalist hat sie einmal als Spielverderber bezeichnet. Er meinte, Sie infizierten noch die harmlosesten Dinge mit Ihrer skeptischen Sicht auf Zustand und Lauf
der Welt. Sind Sie ein Spielverderber?
Peter Nagel:
Wenn es überhaupt einen utopischen Moment gibt in der Art und Weise, wie ich die Möglichkeiten der Kunst und des Künstlers ein-schätze, gesellschaftliche Zustände zu beeinflussen, dann würde ich es so formulieren: Es wäre sehr schön, eines Tages ein Spielverderber zu sein.
(aus Katalog: Realitäten - Von der Wirklichkeit hinter den Dingen. Yaroslav Sukhov. Peter Nagel. KTlab01, Hamburg)


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