Kai-Uwe Schulte-Bunert



KURZBIOGRAFIE
1969

geboren in Aschersleben


1990 - 1994

Studium der Kunstgeschichte an der TU Braunschweig


1996 - 1997

Ausbildung Fotografie in Italien


1997

Erste eigene Arbeiten im Bereich Portrait


1998

Beginn Theater-Fotografie


seit 1999

Freier Fotograf und Künstler
Publikationen und Ausstellungen im Bereich Theater/Portrait


seit 2002

Beschäftigung mit Raum, Grenzen und Gesellschaft


2006 - 2008

Realisierung des Projektes "2_geteilte orte"


2008

Veröffentlichung des Buches 2_geteilte orte


2009

Verbindung Video und Fotografie


2013

Gründungsmitglied der Gruppe THEMA



Lebt in Berlin und Reggio Emilia (Italien)



AUSSTELLUNGEN / AUSWAHL
2018

POINT OF VIEW mit Frank Bauer, Romulo Celdran u. Teresa Riba, Galerie Filser & Gräf, München (GA)


2017

Flashback, Galerie Filser & Gräf, München
Family Object Code, Einzelausstellung, Schwemme-Brauerei, Halle (Saale)


2016

"Souvenir Shop“, Galerie 8,75, Reggio Emilia, Einzelausstellung


2015

"Wohlverdient“, Club der polnischen Versager, Berlin, Einzelausstellung„Ein Blick“, Kunst Mitte 2015, Messe für zeitgenössische Kunst, Magdeburg, Einzelausstellung
„Made in Italy“, Galerie Lazisee, Lazise, Gruppenausstellung
Accrochage“, Galerie Filser & Gräf, München, Gruppenausstellung
VEB Backhefe“, Fotofestival Görlitz, 2015, Einzelausstellung
"NOI“, Musei Civici, Reggio Emilia, Einzelausstellung
"L'uovo e la croce“, Magazzini Criminali, Gruppenausstellung


2014

"EIN BLICK" bei Galerie Filser & Gräf, München


2013

"Stop Motion", Spazio km 129, Fotografia Europea 2013,(EA) "Vajont", Festival del Diritto, Piacenza, (GA)
"Il Paesaggio della Bonifica", Palazzo del Pio, Carpi, (GA


2012

"normale", Boorea Temporary Gallery, Fotogafia Europea 2012,(EA) "Walls", Galerie Kugelbahn, Berlin, (EA)
"Future - Landscape", Parco del Contemporaneo, Forte Marghera, Mestre (Venezia), (GA)
"Cinema", Magazzini Criminali, (GA)
"Workers in progress", Spazio km 129, Fotografia Europea 2012,(GA)
"Future - Landscape in DC", Blocco di Taibon, Dolomiti Contemporanee


2011

"Die Tiefe der Räume", Galerie Filser & Gräf, München
"San Lazzaro", Fotografia Europea 2011, Reggio Emilia, Katalog "Verde, bianco, rosso", Electa
"Liberi tutti", Magazzini Criminali, Cavazzone (Viano)
"grafie - immagini dell´architettura", Loggia del Grano, Mantova
"grafie 2", Fiera Millenaria di Gonzaga,
"Walls", Magazzini Criminali, Festival della Filosofia, (EA)


2010

“3x il té delle 5“, Galleria Magazzini Criminali, Sassuolo (GA)
“Tra Terra e Acqua“, Musei della Bonifica, Boretto, Video-Portraits (GA)
“1. Persone“, Spazio Gerra, Reggio-Emilia (GA)


2009

"fondo vivo", Chiesa della Madonna, Castelnovo Sotto, (EA)
"walk of art", Galleria Magazzini Criminali, Sassuolo (RE), (GA)
"übersehen", Fotografien 2004 - 2009, Galerie Filser & Gräf, München, (EA)
"Wohlverdient" und "10 Sekunden Nacht", Galerie Story Hotel, Berlin, (EA)
"fondo vivo", Palazzo Bentivoglio Gualtieri, Sala dei Falegnami, (EA)
"Sopravvivere al quotidiano", Fotosintesi Piacenza ´09, (GA)


2008

"Collection", Mois de la Photo Paris 2008, (GA)
"2_geteilte orte", Villa Elisabeth Berlin, Katalog MdF Berlin 2008
"2_luoghi divisi", Musei Provinciali di Gorizia, Katalog/Buch, Damiani, Bologna
"10 Sekunden Nacht", Fotografie, Installation, Galleria Magazzini Criminali, Sassuolo,
"Confini / Frontiere", Pordenone, (GA)
"personale", Galleria Studio de Bonis, Reggio Emilia, (EA)
"2_geteilte orte", Kulturhist. Museum Görlitz/Dom Kultury Zgorzelec,


2007

"10 Sekunden Nacht", Fotografien, Installation, Savignano Immagini Festival, (EA)
"2_geteilte orte”, Fotografia Europea, Ex OPG, Reggio Emilia; Katalog “le cittá / l ´europa”


2006

"artbag-project“, Settimana della fotografia Europea, Centro Internazionale Loris Malaguzzi, Reggio Emilia; Katalog „Looking at the city“, Damiani, Bologna, 2006
„Passaggi", Baustellen TAV, km 129, Reggio Emilia, (EA)


2005

„Il volto della follia - 100 anni di immagini del dolore", a cura di Sandro Parmiggiani,
Palazzo Magnani, Reggio Emilia, Gruppenausstellung, Katalog „Il volto della follia“,
„Dramatik des Alltags"“, Fotografien, Theater Görlitz, (EA)


2004

"Specie di spazio"“, Fotografien, Officina delle Arti, Reggio Emilia, (EA)
"VEB Backhefe - Wunden der Zeit"“, Fotografien v. verlassenen Fabrik, Görlitz, (EA)



MESSETEILNAHMEN
2018

art KARLSRUHE mit Galerie Filser & Gräf München


2011

ART.FAIR, Köln, mit Galerie Filser & Gräf, München
art KARLSRUHE, mit Galerie Filser & Gräf, München

FILSER & GRÄF :: Galerie für Kunst und Design
Wilhelm-Riehl-Str. 11-13 • 80687 München • filserundgraef.de
kontakt@filserundgraef.de • tel +49 (0)89 / 255 444 77
Text zu Kai-Uwe Schulte-Bunert ARBEITEN
PARAGONE 1 - Obstmodelle
Die Römer waren die Erfinder der ersten Obstkabinette. Sie brachten viele edle Obstsorten über Griechenland nach Gallien und Germanien.
Unter der Bezeichnung „Opotheken“ legten sie große Obstsortensammlungen an, die geschätzt und bewundert wurden.
Die heimischen Klöster sorgten für die Verbreitung dieses Kulturgutes in unsere Obstgärten.
Obstkabinette wurden in der Blütezeit der Pomologie von Ende des 18. bis Ende des 19. Jahrhunderts von bekannten und handwerklich geschickten Künstlern in Zusammenarbeit mit berühmten Pomologen ins Leben gerufen.
Diese naturgetreuen Modellfrüchtesammlungen dienten zum Vermitteln der Sortenkunde im ländlichen Obstbau.
Das ARNOLDI Obstkabinett ist eine pomologische Modellfrüchtesammlung aus Porzellan oder aus Porzellankompositionsmasse, die Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts von thüringischen Künstlern in Elgersburg hergestellt wurde.
Diese Sortensammlung wurde von Heinrich ARNOLDI, Gotha, herausgegeben.
Die Naturtreue der Modelle in Form und Farbe wurde von ARNOLDI durch die enge Zusammenarbeit mit den besten Pomologen dieser Epoche (u.a. LUCAS, OBERDIECK, KOCH und TRAPP) ständig verbessert.
Das Museum der Natur in Gotha beherbergt heute eine Sammlung von 353 Sorten des 150 Jahre alten ARNOLDI Obstkabinetts. Dieses bestand aus insgesamt 455 Obstsorten, die von 1856 bis 1899 produziert wurden.
Diese wertvolle Sammlung gilt heute weltweit als einzigartig. (Text: Klaus & Dr. Ute Schuh)
Kai-Uwe Schulte-Bunert verleiht diesen Pflanzen- und Obstmodellen in seinen ästhetisch formalen Fotografien eine neue, lebendige Identität uns schärft unseren Blick für das Wesentliche, ohne jedoch das zarte Gefühl für die Schönheit der Natur in einem nur durch Licht, Objekt und Fläche bestehenden Bildinhalt vermissen zu lassen.

PARAGONE 2 - Blütenmodelle
Der schlesische Pharmazeut Carl Leopold Lohmeyer (1799-1873) verkaufte im Jahr 1855 seine Apotheke in Neisse, dem heutigen Nysa in Polen und wandte sich wieder seiner Lieblingswissenschaft, der Botanik, zu. Angeregt von Professor Ferdinand Julius Cohn (1828-1898) fertigte er in modellhafter Nachbildung von 1866 bis 1869 mehr als 300 dieser „Lohmeyerschen Pflanzenmodelle“, die er der Universität am Zwinger in Breslau vermachte.
Lohmeyers Modelle waren zum Teil zerlegbar und demonstrierten den Blütenbau wichtiger Pflanzenfamilien, verschiedene pflanzliche Organe und Entwicklungszustände.
Robert Brendel kopiert die Lohmeyer´schen Pflanzenmodelle und lässt sie ab März 1866 von geschickten Arbeitskräften im eigenen Namen fertigen. 1869 konnte Brendel bereits 45 Blütenmodelle sowie Modelle von 10 landwirtschaftlichen, 5 Obst- und Forstgewächsen auf der internationalen Gartenbau-Ausstellung in Hamburg zeigen.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts produzierte die Firma PHYWE in Göttingen noch botanische Modelle unter der Bezeichnung „Brendel-Modell“.
Diese Modelle gelten als absolute Raritäten. Die Universität Wien besitzt eine Sammlung von sieben Modellen aus der Breslauer Produktion.
Ursprünglich stand der reine Bildungszweck der meist aus Pappmaché, Holz, Hemdstoff, Glasperlen, Federn und Gelatine gefertigten Modelle im Vordergrund. Der kunsthandwerkliche Wert wurde damals nicht berücksichtigt.
Die Modelle unterliegen einem Bedeutungswandel von naturwissenschaftlichen Demonstrationsobjekten hin zu einerseits historisch wertvollen Dokumenten der Naturvermittlung im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, und andererseits zu gesuchten Sammlerobjekten. (Text: Mag. Matthias Svojtka)
Kai-Uwe Schulte-Bunert verleiht diesen Pflanzen- und Obstmodellen in seinen ästhetisch formalen Fotografien eine neue, lebendige Identität uns schärft unseren Blick für das Wesentliche, ohne jedoch das zarte Gefühl für die Schönheit der Natur in einem nur durch Licht, Objekt und Fläche bestehenden Bildinhalt vermissen zu lassen.



Auf einmal wird es still. Kein Windhauch, kein entferntes Geräusch, nicht einmal das Summen eines Insekts. Keine Bewegung, kein Lebewesen unterbricht die schon fast beklemmende Stille. Das Abgebildete erscheint in Kai-Uwe Schulte-Bunerts Fotografien immer schon still gestanden zu haben, noch bevor es durch den Auslöser fixiert wurde.

Es sind bekannte, vertraute Dinge die wir in diesen Fotografien entdecken. Und dennoch wirken sie, obwohl wir sie nie und doch immer schon gesehen haben, in ihrer Statik und ihrem funktionslosen Dasein fremdartig leer. Die in homogenes Licht getauchten Gegenstände vermitteln auf Grund ihrer Farbreduktion eine transparente Licht- und Schattenlosigkeit und erzeugen auf diesem Wege eine befremdliche Zeitlosigkeit, in denen alles zu allem beziehungslos erscheint.

Die Dinge scheinen lediglich der Strukturierung des Raumes - der Komposition zu dienen. Sie sind nur Gerüst mit einer rätselhaften Bestimmung. Und doch haben sie eine elementare Bedeutung. In diesen Oasen für unsere Sinneswahrnehmungen lenken diese Dinge beruhigend unseren Blick, geben ihm Halt. Es sind Bilder, die auf der Suche nach Symmetrie und Ordnung sind. Eine Suche die ein jeder von uns in sich trägt. Somit entsteht eine machtlose Sehnsucht einen Zugang zu finden zu diesen Orten der Ruhe - in einer rasenden Welt der Fülle.

Wir sehen Ruinen die den Verfall bezeugen. Rastende Baustellen die vom Traum des Aufbruchs sprechen. Hauswände ohne Fenster, leere Straßen ohne Menschen. Doch diese Fotografien dokumentieren nicht, sie sind vielmehr Ausdruck eines Gefühls. Die Bilder zeigen keine Vergangenheit, keine Gegenwart oder Zukunft. Es ist kein flüchtiger Moment der für die Nachwelt festgehalten worden ist. Es ist der Versuch die Abwesenheit selbst darzustellen. Die Leere in und um uns zu zeigen. Die von allen gekannten und doch von allen vergessenen Dinge des Lebens. In unserer Rastlosigkeit übersehen.

Manchem drängt sich die Frage auf ob diese Räume und Plätze in ihrer zeitlosen, schattenlosen und verlassenen Existenz wiederbelebt werden können? Die Frage sollte vielmehr heißen: ob sie überhaupt wiederbelebt werden wollen?
Sabrina Duchow - Kunsthistorikerin M.A.
FILSER & GRÄF :: Galerie für Kunst und Design
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Paragone 1, Inkjet-Print gerahmt, Ed.5, 110 x 80 cm
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Paragone 1, Inkjet-Print gerahmt, Ed.5, 110 x 80 cm
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Paragone 1, Inkjet-Print gerahmt, Ed.5, 110 x 80 cm
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Paragone 2, Inkjet-Print gerahmt, Ed.5, 55x 40 cm
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Paragone 2, Inkjet-Print gerahmt, Ed.5, 55x 40 cm
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Paragone 2, Inkjet-Print gerahmt, Ed.5, 110 x 80 cm